Informationen zur molekularen Allergiediagnostik

Würden Sie gern mehr über Tests mit Allergenkomponenten erfahren und darüber, wie diese Ihre Diagnose für Allergiepatienten verbessern können?

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Was sind Allergenkomponenten?

Jede Allergenquelle enthält tausende Moleküle, von denen aber nur wenige allergen sind. Ein Allergenmolekül oder eine Allergenkomponente ist ein einzelnes Molekül, das von allergenspezifischen Antikörpern erkannt wird, was dann zur allergischen Reaktion führt. Eine Allergenquelle kann verschiedene Allergenkomponenten enthalten, die unterschiedliche Merkmale aufweisen. Mit molekularen Allergietests kann man die Komponenten identifizieren und so ein klares Bild davon bekommen, wodurch die allergische Reaktion hervorgerufen wird.

IgE-Antikörper werden als direkte Reaktion auf jede Allergenkomponente gebildet.

Manche Allergenkomponenten sind spezifisch für die Allergenquelle. Andere sind „kreuzreaktive“ Komponenten, d.h., sie sind von ihrer Struktur her Allergenkomponenten in weiteren Allergenquellen ähnlich.

Das Ara h 8 Protein in Erdnüssen ist beispielsweise dem Bet v 1 Protein, dem häufigsten Allergen in Birkenpollen, sehr ähnlich. Beide gehören zur PR-10 Proteinfamilie.

Welche klinischen Vorteile hat ein Test auf diese Komponenten?

Mit der molekularen Allergiediagnostik werden die IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergenkomponenten gemessen, was zusätzliche Informationen über die zugrundliegende Allergie bringt.

So wird nicht nur die Sensibilisierung auf spezifische Allergenquellen wie mit Allergenextrakten nachgewiesen, sondern auch gegen Markerkomponenten:

Erkennen Sie das Risiko Ihres Patienten – zusätzliche Sicherheit für Ihre Einschätzung

Auswahl der passenden spezifischen Immuntherapie für Ihren Patienten, z.B. bei Pollen-, Hausstaub- oder Insektengift-Allergie

Erkennen von Kreuzreaktionen hilft, Polyensibilisierungen zu verstehen, z.B. bei Pollen-assoziierten Nahrungsmittel-Allergien.

Interpretation der Ergebnisse

Das Vorliegen allergenspezifischer IgE-Antikörper ist normalerweise ein Risiko für Allergiesymptome, und ein Ergebnis
≥ 0.1 kUA/L zeigt eine Sensibilisierung an. Man sagt, je höher der IgE-Wert, desto höher das Risiko.

Die Sensibilisierung gegen manche Allergenkomponenten wird mit einem höheren Risiko systemischer Reaktionen in Verbindung gebracht, wohingegen die Sensibilisierung gegen andere Komponenten mit gar keinem oder nur einem geringen Risiko für schwere Reaktionen assoziiert wird. Ein hoher spezifischer IgE-Wert für einen Risikomarker wie Ara h 2 oder Cor a 9 bedeutet bei entsprechender Anamnese ein hohes Risiko für den Patienten.

Testergebnisse sind immer in Verbindung mit der klinischen Anamnese zu betrachten.

Allergenkomponenten in Pflanzen

In Pflanzen verschiedener Arten kommen Allergenkomponenten aus den gleichen Proteinfamilien vor. Je enger die Arten miteinander verwandt sind, desto ähnlicher können diese Komponenten sein.

Dadurch besteht die Möglichkeit, dass IgE-Moleküle die gegen Epitope von Pollenallergenkomponenten gebildet wurden, auch Allergenkomponenten in pflanzlichen Nahrungsmittel erkennen. Es gibt fünf Hauptgruppen von Allergenkomponenten in Pflanzen, die mit Allergien in Verbindung zu bringen sind. Diese sind PR-10 Proteine (Pathogenesis-Related Protein Family 10), Profiline, nsLTPs (nicht-spezifische Lipid-Transfer-Proteine), Speicherproteine und CCDs (kreuzreaktive Kohlenhydrat-Determinanten):

Proteinfamilie Risiko für systemische Reaktionen? Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen?
Speicherproteine Ja. Speicherproteine sind hitze- und verdauungsstabil, was ihre Fähigkeit erklärt, oft systemische Reaktionen und orales Allergiesyndrom (OAS) hervorzurufen. Nein. Speicherproteine sind, mit Ausnahme sehr eng verwandter Allergenquellen (wie z.B. zwischen den Hülsenfrüchten Soja und Erdnuss), nicht kreuzreaktiv.
nsLTPs Ja. nsLTPs sind hitze- und verdauungsstabil, was ihre Fähigkeit erklärt, oft systemische Reaktionen und OAS hervorzurufen. Ja. Teilweise kreuzreaktiv (wobei der Grad struktureller Ähnlichkeit zwischen den nsLTPs in pflanzlichen Lebensmitteln und Pollen variiert).
PR-10 Proteine Gering. Rufen oft nur lokale Symptome wie OAS hervor, da sie hitze- und verdauungsempfindlich sind; aber einige Fälle systemischer Reaktionen wurden schon berichtet, wie z. B. bei Gly m 4 aus Soja und Api g 1 aus Sellerie. Ja. Stark kreuzreaktiv (wobei der Grad struktureller Ähnlichkeit zwischen den PR-10 Proteinen in pflanzlichen Nahrungsmitteln und birkenverwandten Pollen variiert).
Profilin Gering. Sie haben bei allergischen Erkrankungen oft geringe klinische Relevanz. Profiline können aber bei manchen Patienten lokale Reaktionen hervorrufen, wenn eine Allergie gegen pflanzliche Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Bananen und Tomaten vorliegt. Auch wurden manche Fälle systemischer Reaktionen berichtet, wie z. B. bei Melonen und Litschis. Ja. Stark kreuzreaktiv (hohe strukturelle Ähnlichkeit in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Pollen).
CCDs Sehr gering. Normalerweise nicht mit klinischen Reaktionen assoziiert, aber eine IgE-Antikörperreaktion ist bei manchen Patienten möglich. Ja. Stark kreuzreaktiv (gleiche CCD-Struktur in Pollen, pflanzlichen Nahrungsmitteln und Insektengiften).
Proteinfamilie Speicherproteine
Risiko für systemischer Reaktionen? Ja. Speicherproteine sind hitze- und verdauungsstabil, was ihre Fähigkeit erklärt, oft systemische Reaktionen und orales Allergiesyndrom (OAS) hervorzurufen.
Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen? Nein. Speicherproteine sind, mit Ausnahme sehr eng verwandter Allergenquellen (wie z.B. zwischen Hülsenfrüchten wie Soja und Erdnüssen), nicht kreuzreaktiv.
Proteinfamilie nsLTPs
Risiko systemischer Reaktionen? Ja. nsLTPs sind hitze- und verdauungsstabil, was ihre Fähigkeit erklärt, oft systemische Reaktionen und OAS hervorzurufen.
Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen? Ja. Teilweise kreuzreaktiv (wobei der Grad struktureller Ähnlichkeit zwischen den nsLTPs in pflanzlichen Lebensmitteln und Pollen variiert.
Proteinfamilie PR-10s
Risiko systemischer Reaktionen? Gering. Rufen oft nur lokale Symptome wie OAS hervor, da sie hitze- und verdauungsempfindlich sind; aber einige Fälle systemischer Reaktionen wurden schon berichtet, wie z. B. bei Gly m 4 aus Soja und Api g 1 aus Sellerie.
Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen? Ja. Stark kreuzreaktiv (wobei der Grad struktureller Ähnlichkeit zwischen den PR-10 Proteinen in pflanzlichen Nahrungsmitteln und birkenverwandten Pollen variiert).
Proteinfamilie Profilin
Risiko systemischer Reaktionen? Gering. Sie haben bei allergischen Erkrankungen oft geringe klinische Relevanz. Profiline können aber bei manchen Patienten lokale Reaktionen hervorrufen, wenn eine Allergie gegen pflanzliche Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Bananen und Tomaten vorliegt. Auch wurden manche Fälle systemischer Reaktionen berichtet, wie z. B. bei Melonen und Litschis.
Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen? Ja. Stark kreuzreaktiv (hohe strukturelle Ähnlichkeit in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Pollen).
Proteinfamilie CCDs
Risiko systemischer Reaktionen? Sehr gering. Normalerweise nicht mit klinischen Reaktionen assoziiert, aber eine IgE-Antikörperreaktion ist bei manchen Patienten möglich
Muss ich viele verschiedene Allergenquellen in Betracht ziehen? Ja. Stark kreuzreaktiv (gleiche CCD-Struktur in Pollen, pflanzlichen Nahrungsmitteln und Insektengiften).

Molekulare Allergiediagnostik

Lesen Sie weiter:

Molekulare Allergiediagnostik - Allergien besser verstehen
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Kreuzreaktivität bei Allergien gegen pflanzliche Nahrungsmittel
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